HG Kunstadt - TSL
Endergebnis: 26:21 (11:9) Tore
An der Reaktion der Kunstadter Handballherren direkt nach dem Schlusspfiff des Bezirksoberligaauftaktes gegen die TS Lichtenfels konnte man erkennen, welche Last da von ihren Schultern abgefallen war. Denn auch wenn das Endergebnis von 26:21 (11:9) eine scheinbar klare Sprache spricht, mussten die Kunstadter gegen den durchaus überzeugend auftretenden Neuling aus der Kreisstadt lange um den eigenen Heimerfolg kämpfen.
Die Zuschauer in der gut gefüllten Obermainhalle bekamen somit am Sonntagnachmittag zwar keinen handballerischen „Leckerbissen“ geboten, doch die hohe Intensität auf beiden Seiten und die daraus resultierende Spannung sorgten dann doch noch für gute Unterhaltung. Dies traf vor allem auf die beiden Protagonisten des Nachmittags zu, die am Ende den Unterschied zu Gunsten der Heimmannschaft ausmachten. Der achtfache Torschütze Andrei Stirbati und der überragende Jürgen Friedlein im Tor der HGK lieferten mit ihrer Leistung den Beweis dafür ab, dass bei allem jugendlichen Elan doch nichts über die Erfahrung und die Abgeklärtheit eines ehemaligen Bayernliga-Spielers geht.
Vor allem in der ersten Spielhälfte durften die Lichtenfelser sich auf die Fahne schreiben, das eigentlich bessere Team zu stellen, und hatten nach gerade einmal acht Minuten das erste Erfolgserlebnis der Saison für sich verbucht: Nach einem Blitzstart zum 1:5 zwang man nämlich Kunstadts Trainer Prediger zu einer sehr frühen und so sicherlich nicht geplanten Auszeit. Bis dahin hatte die junge Truppe von TSL-Trainer Uwe Piesker vor allem die eigene körperliche Überlegenheit ausgespielt. Gegen groß gewachsene Akteure wie Alexander John, Jonas Scherer und Andreas Kraus hatten besonders die jungen Kunstadter Niklas Oester und Lukas Heppner ihre liebe Not im Angriff. Allerdings vermochte Trainer Prediger über Umstellungen in der eigenen Abwehr mehr Ruhe in das sichtbar nervöse Spiel seiner Schützlinge zu bekommen. Es brauchte allerdings 22 Minuten und einen Rückstand von 5:9, bis die HG Kunstadt die richtige Initialzündung fand. Und diese geschah einmal mehr durch die Person Jürgen Friedleins. Nachdem der „Hexer“ den an diesem Tag glücklosen Alexander Kießling im Tor abgelöst hatte und zwei Würfe des Gegners passieren lassen musste, vernagelte er für die anschließenden 13 Spielminuten sein Tor komplett. Mit diesem sicheren Rückhalt fasste sich auch David Jung ein Herz und „zündete“ gleich zweimal in Folge seinen gefürchteten „Rückraumhammer“ zum 9:9-Ausgleich. Die Halle kochte ein erstes Mal über, und als Sebastian Schülein und Niklas Oester sogar noch zum 11:9 Halbzeitstand trafen, standen die wacker kämpfenden Lichtenfelser völlig konsterniert, aber vor allem mit leeren Händen da.
Dieses Szenario wiederholte sich auch in den zweiten 30 Minuten: Lichtenfels spielte eigentlich prima mit, scheiterte aber immer wieder am „Hexer“. Die letzte Lichtenfelser Hoffnung auf eine erneute Wende im Spiel zerstörte dann Kunstadts Stirbati. Nach dem 18:16 (48.) zog er immer wieder leidenschaftlich zum Tor und verwandelte im Gegensatz zu den Gästen sicher (21:17; 52.). Aber auch die Youngster wie Lukas Heppner, Michael Deuber und Niklas Oester leisteten mit zunehmender Sicherheit ihren Beitrag zum letztendlich sicheren Erfolg. Steigerungspotenzial musste man nach dem Schlusspfiff beiden Mannschaften attestieren, wenngleich die HGK mit den stimmungsvollen Fanrufen „Hier regiert die HGK!“ die nächsten schweren Wochen in Angriff nehmen kann, während der Aufsteiger des Trainergespanns Piesker/Fromme seine Lehren aus dieser Niederlage wird ziehen müssen. Das zwar kleinlich, aber konsequent pfeifende Schiedsrichtergespann hatte mit der fairen Partie keinerlei Probleme.
(verfasst von Matthias Schneider, HG Kunstadt)
Weitere Spieldaten
Datum: 2. Oktober 2011, 16:00
Ort: Burgkunstadt, Obermainhalle
Schiedsrichter: Reuß / Vollrath (TV Weidhausen)
Aufstellung TS Lichtenfels: Lutz / Zapf (Tor), Scherer 4/4, Hansen 3, Kraus 3/1, Fleischhauer 3, Klinger 2, John A. 2, Korte 1, Eckert 1, Rödel 1, Goller 1, John C.
Aufstellung HG Kunstadt: Friedlein / Kießling (Tor), Stirbati 8, Schülein 7/5, Jung 4, Oester N. 3, Heppner 2, Deuber 1, Maile 1, Steuer, Oester O., Fengler, Kellner, Hildner.